Schloss Buchberg
Permanente Rauminstallationen integriert in einen Schlossbau und dessen Landschaftsgarten, eine Sammlung konstruktiver und konzeptueller Kunst, sowie richtungsweisende Symposien machen Schloss Buchberg in Niederösterreich seit 1979 zu einem Impulsgeber im zeitgenössischen Kunstgeschehen.
KünstlerInnen entwickeln seit nunmehr zwanzig Jahren aus den Spezifika der Räume, Höfe und Gärten ortsbezogene Installationen. Eingebettet ist dieser nicht nur in Österreich einzigartige Bestand zeitgenössischer Kunsträume in eine Kunstsammlung internationaler Kunst.
Der Kunstraum Buchberg - wie er sich in Schloss Buchberg heute zeigt – stellt sich als lebendiger Mikrokosmos, als vielschichtiges und nahezu undurchschaubares Gefüge landschaftlicher, architektonischer, geschichtlicher, künstlerischer und kunsttheoretischer, d.h. konkreter ebenso wie abstrakter Räume dar. Den Landschaftsraum formen dicht bewaldete steile Hügel. Ein Fluss, der Kamp, strukturiert ihn durch einen die Orientierung verwirrenden Mäander. Er rahmt halbkreisförmig den Schlosspark, berührt kurz den hohen Schlossfelsen, staut sich - gesäumt von Wiesen und Auwald - hinter einer Wehranlage und speist dort am Standort einer alten Mühle ein modernes Kleinkraftwerk.
Der Architekturraum - in vielen Jahrhunderten anonymen Bauens entstanden – umfasst weitläufige Gartenterrassen, auf verschiedenen Niveaus angeordnete Höfe und eine Vielzahl unterschiedlicher Raumkonstellationen in den unregelmäßig angeordneten Gebäudetrakten. Der Geschichtsraum wird in den seit der Mitte des 12. Jahrhunderts in unzähligen Bau- und Umbauphasen errichteten Mauern und Türmen, in den wappengeschmückten Portalen und Stuck-Gewölben, in den geschnitzten Türen und nicht zuletzt in vielfältigen Spuren des Alltags, die die BewohnerInnen hinterlassen haben, fühlbar.
Der Kunstraum hat sich in den letzten zwanzig Jahren durch die dauerhafte Integration künstlerischer Raumkonzepte in die Innen- und Außenräume, durch den Aufbau einer darauf bezogenen Kunstsammlung sowie durch Ausstellungen, Workshops, Seminare und Forschungsprojekte in die Landschaft, in die Architektur und in die Geschichte des Schlosses und seines Umfelds eingeschrieben. Durch die Verschmelzung dieser heterogenen Elemente zu einem Gesamtensemble – wohl das wesentlichste Charakteristikum des Schlosses - ist ein kunsttheoretischer Interpretationsraum entstanden, der ein Anlegen vielfältiger Reflexionsebenen ermöglicht.